Ein Café

Der Gang dorthin weckte tausende von Erinnerungen. Der Duft der Kaffeebohnen, die Leute, die mit ihren Sonnenbrillen während der Sommerzeit draußen saßen und dabei manchmal die Zeit vergaßen und dann, im Stress der Arbeit, schnell bezahlten und schon fast sprinteten, die kalten Wintertage am alten Stammplatz mit der Sicht auf die Leute, die am Café vorbei liefen und dann noch die Erinnerung an sie. Sie war eine junge Kellnerin. Vielleicht ein Jahr älter als ich. Anfangs war es nicht außergewöhnliches. Ich ging jeden Sonntag in das Café um meine Gedanken nieder zuschreiben, mit der Vergangenheit abzuschließen. Erst beim vierten Besuch merkte ich, dass es immer die gleiche Kellnerin war, die mir den Kaffee brachte. Ich schenkte ihr immer ein Lächeln und sie lächelte schüchtern zurück. Manchmal merkte ich, wie sie mit ihren Kollegen sprach und dabei ab und zu zu mir rüber spähte. Einmal habe ich ihr meine Nummer hinterlassen. Den Zettel legte ich unter die zwei Euro-Münze, in der Hoffnung, sie würde anrufen. Das tat sie aber nicht. Heute sollte der Tag sein. Ich kam extra spät und mir war bewusst, dass das Café in 5 Minuten schließen würde. Genügend Zeit, um ihr klar zu machen, dass ich etwas mit ihr unternehmen will. Hoffentlich sagt sie ja.

8.12.13 15:41

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